Montag, 21. Mai 2012

KLJB fordert Ausbau der Erneuerbaren

KLJB inspiriert und zeigt sich breit aufgestellt auf Katholikentag

Bad Honnef-Rhöndorf, 21. Mai 2012. Ausbau der Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich und keine politischen Verzögerungen, damit junge Menschen auf dem Land und nachfolgende Generationen auf unserer Erde unter optimalen Bedingungen leben können, fordert die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) auf ihrer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Mannheim. „Der Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien ist sicherlich vor 2050 zu schaffen“, betonte KLJB-Bundesvorsitzender Wolfgang Ehrenlechner. Der Jugendverband hatte unter anderem den Energiepolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Hans-Josef Fell, Hildegard Müller vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und Michael Sterner, Professor für Energiespeicher sowie Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Regensburg, zur Podiumsdiskussion ins Zentrum Jugend auf dem Katholikentag in Mannheim geladen.
„Die Erneuerbaren Energien sind keine Belastung. Wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, sind Menschen sehr wohl bereit, umzustellen“, so der Grüne Hans-Josef Fell. „Die Ressourcenknappheit wird die Wirtschaft dazu bringen, auf Erneuerbare vollständig umzusteigen.“ Dem Einwand von Hildegard Müller vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, der Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien gestalte sich in den Städten schwierig und führe in ländlichen Regionen zu Existenzängsten, Tourismusausfällen aufgrund unschöner Windräder und einer Energietrasse zwischen Nord und Süd, setzte Hannelore Reinbold-Mench, Bürgermeisterin der Gemeinde Freiamt, entgegen: „Auf dem Land haben wir den Wert von Erneuerbaren Energien erkannt. Bei uns gibt es kein schlechtes Wetter mehr. Bei Sonne freuen sich die Bürger, die die Photovoltaik-Anlagen betreiben und bei Wind die Bürger, die die Windkrafträder verwalten.“ Dass die Gemeinde Freiamt ihre freien Flächen für die Energiegewinnung nutze, habe die Menschen noch mehr zusammengeschweißt und sie profitierten von Touristen, die sich ihr Konzept, völlig Energieautark zu leben, besuchten.
Michael Sterner, Professor für Energiespeicher sowie Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Regensburg, sieht es als großes Versäumnis der Sonnenenergie-Industrie an, sich nicht ausreichend mit der Speicherung von Erneuerbaren Energien auseinander gesetzt zu haben. „Technisch ist es möglich, die Speicher und Netze auszubauen. Die ländlichen Regionen werden eine wichtige Rolle einnehmen bei der Energiegewinnung aus Erneuerbaren. Dazu müssen wir auch die Menschen mitnehmen und da sind die Kirchen gefragt“, so Sterner. KLJB-Bundesvorsitzender Ehrenlechner betonte, welches Potenzial in ländlichen Räumen steckt und plädierte für eine dezentrale Energieversorgung. „Es ist eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit: Andere Länder sind viel stärker vom Klimawandel betroffen als wir. Deshalb müssen wir eine Revolution schaffen, um nicht länger Ressourcen zu verschwenden, die nachfolgenden Generationen dann nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Konkrete Forderungen der Stand-BesucherInnen zu LAND schafft KIRCHE
Wie vielfältig die KLJB aufgestellt ist, zeigte auch die Präsenz im Zentrum Jugend. Gemeinsam mit der KLJB Freiburg war eine Dorfkulisse mit Dorfladen, Bauernhof und Kirche entstanden. Per Barfuß-Pfad, Skateboard, Slackline, Bus oder Street Climbing erreichten die BesucherInnen den Stand unter dem Motto LAND schafft KIRCHE und allen war klar: Der Weg zur Kirche in ländlichen Räumen ist für Jugendliche nicht einfach. Auf rosa, gelben und grünen Stofffetzen schrieben die Interessierten, was sich an Kirche verändern muss, damit sie zukunftsfähig bleibt. Es entstand eine bunte Dorfirche mit konkreten Wünschen: „Mehr Hauptamtliche für die Jugendarbeit“, „Kinderbrot für die Kleinen nach der Kommunion“ und „Frauen als Priesterinnen“.

Prominente Besucher
Weihbischof Christoph Hegge aus Münster, Mitglied der Jugendkommission und zuständiger Weihbischof für die KLJB, Bischof Karl-Heinz Wiesemann aus Speyer, Vorsitzender der Jugendkommission, und Weihbischof Ulrich Neymeier aus Mainz, Mitglied der Jugendkommission, besuchten den KLJB-Stand. Robert Zollitsch, Erzbischof des Erzbistums Freiburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, genoss die Fahrt über das Gelände des Zentrum Jugend mit dem KLJB-Bus, bestehend aus zwei StandbetreuerInnen.
Heute geht der Katholikentag in Mannheim mit einem Gottesdienst zu Ende.





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